Katrin Zagel

12.06.2026
Bio-Zertifizierung entlang der Wertschöpfungskette von Fleischprodukten: FREIE WÄHLER-Fraktion kämpft für Erleichterungen für Schlachtbetriebe

Jakob: Erhalt der regionalen Lieferketten sorgt für mehr Tierwohl

München. Mit einem Antrag setzt sich die FREIE WÄHLER Landtagsfraktion heute im Umweltausschuss für Erleichterung bei der Bio-Zertifizierung für Schlachtbetriebe ein. Hintergrund ist, dass die Ausgestaltung der Bio-Zertifizierung gerade für kleinere Betriebe eine erhebliche Mehrbelastung darstellt. Im Ergebnis verzichten viele Betriebe auf eine Bio-Zertifizierung oder entsprechende Produkte, obwohl der eigentliche technische Schlachtprozess von biologischen Tieren nahezu gleich verläuft wie der von konventionellen Tieren. „Wir wollen deshalb prüfen lassen, inwieweit die bestehenden Anforderungen vereinfacht und praxisnäher ausgestaltet werden können“, erklärt Marina Jakob, umweltpolitische Sprecherin und selbst Landwirtin.

Denn der freiwillige Verzicht auf Bio-Zertifikate trotz hinreichender Voraussetzungen könne negative Auswirkungen auf die regionale Versorgung mit Bio-Fleisch sowie längere Transportwege zu Bio-zertifizierten Betrieben zur Folge haben. „Wir FREIE WÄHLER lehnen eine zunehmende Konzentration der Lebensmittel- und Schlachtindustrie auf einige wenige Produzenten ab und wollen stattdessen kleine, regionale Schlachthöfe stärken“, erklärt Jakob. „Dezentral organisierte Schlachthöfe mit regionalen Wertschöpfungsketten geben Stabilität und sichern die regionale Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln.“

Auch für die Tiere sei es schonender, wenn sie nicht über große Entfernungen zum Schlachthof transportiert werden müssten. „Der größte Beitrag zum Tierwohl besteht in kurzen Wegen und engen Lieferbeziehungen zwischen Landwirt, Metzger und Konsument. Beides erhöht Transparenz und Nachvollziehbarkeit, was wiederum das Vertrauen der Verbraucher in die Fleischverarbeitung stärkt.“ Die Prüfung auf Abschaffung oder zumindest Anpassung der Zertifizierung mit Erleichterungen für die Schlachtbetriebe sei deshalb ein wichtiger und erforderlicher Schritt, um heimische Betriebe zu unterstützen und zukunftsfest aufzustellen.