Foto: (c) Katrin Zagel

14.10.2026
Marina Jakob: „Kinderschutz im Netz braucht europäische Lösungen und starke Angebote vor Ort“

Stellv. Vorsitzende der Kinderkommission im Bayerischen Landtag begrüßt Beschlüsse des Bundeskabinetts 

zur Kinder- und Jugendsicherheit im Internet und fordert schnelles, konsequentes Handeln auf europäischer 

Ebene.

 

Brüssel, 14. Oktober 2026. Die heute vom Bundeskabinett beschlossenen Maßnahmen zur Verbesserung der 

Kinder- und Jugendsicherheit im Internet gehen in die richtige Richtung. Das betont Marina Jakob, 

Vorsitzende der Kinderkommission im Bayerischen Landtag, die sich derzeit mit der Kinderkommission in 

Brüssel unter anderem über den geplanten EU Kids Act austauscht. 

 

„Es ist richtig und wichtig, dass die Bundesregierung den Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen

Raum stärker in den Fokus rückt. Dabei dürfen wir aber nicht an nationalen Grenzen haltmachen. Wir 

brauchen klare, wirksame und europaweit einheitliche Regelungen. Der europäische Kids Act wird deshalb 

von vielen Seiten ausdrücklich begrüßt. Jetzt kommt es darauf an, diesen Weg konsequent weiterzugehen“, 

erklärt Jakob. 

 

Aus Sicht der stellv. Vorsitzenden der Kinderkommission darf sich der Schutz junger Menschen nicht auf 

starre Altersgrenzen beschränken. Ebenso entscheidend sei es, die digitalen Plattformen stärker in die 

Verantwortung zu nehmen. 

 

„Es reicht nicht, lediglich festzulegen, ab welchem Alter Kinder bestimmte Angebote nutzen dürfen. Wir 

müssen auch die Plattformen verpflichten, ihre Algorithmen so anzupassen, dass Kinder und Jugendliche vor 

schädlichen Inhalten, manipulativen Mechanismen und gezielter Beeinflussung geschützt werden. Weder die 

Gesundheit unserer Kinder noch unsere Demokratie dürfen durch die Funktionsweise digitaler Plattformen 

gefährdet werden. Dafür braucht es klare Vorgaben und wirksame Durchsetzungsmöglichkeiten auf 

europäischer Ebene.“ 

 

Gleichzeitig dürfe der digitale Kinderschutz nicht isoliert betrachtet werden. Wer den digitalen Raum für 

Kinder und Jugendliche stärker begrenze, müsse ihnen attraktive Alternativen im realen Leben eröffnen. 

 

„Wenn wir digitale Räume einschränken, müssen wir Kindern und Jugendlichen gleichzeitig andere Räume 

eröffnen – Orte, an denen sie sich begegnen, ausprobieren, Gemeinschaft erleben und ihre Freizeit sinnvoll 

gestalten können. Gerade im ländlichen Raum brauchen wir dafür eine starke Förderung und verlässliche 

Strukturen. Ob Pumptrack, Jugendtreff, Sportangebot oder andere Begegnungsorte: Solche Angebote 

schaffen Gemeinschaft, stärken die persönliche Entwicklung und geben jungen Menschen echte Alternativen 

zur digitalen Welt. Dafür braucht es auch weiterhin eine starke LEADER Förderung auf europäischer Ebene, 

sodass diese Einrichtungen auch finanziert werden können.“ 

 

Jakob betont abschließend: „Kinder- und Jugendschutz im Internet bedeutet nicht nur, Gefahren zu 

begrenzen. Es bedeutet auch, jungen Menschen ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen – online wie offline. 

Wir brauchen deshalb beides: einen konsequenten europäischen Rahmen, der Plattformen in die Pflicht 

nimmt, und eine starke Kinder- und Jugendarbeit vor Ort. Unsere Kinder brauchen sichere digitale Angebote 

und attraktive Orte außerhalb des Netzes.“